Stress und die Angst vor Burnout

Zahlreiche Menschen erleben Stress im Alltag. Solange der Stress punktuell und situativ auftritt, ist das nicht weiter schlimm. Doch bei vielen ist der Stress zum Dauerzustand geworden. So sehr, dass sie Angst haben, in ein Burnout zu geraten.

Viele meiner Kundinnen und Kunden sind davon betroffen. Sie sind gestresst, erschöpft, entmutigt und haben Angst. «Wenn das so weitergeht, ende ich in einem Burnout», ist häufig der erste Satz, den ich von einem Neukunden höre. Diese Menschen spüren sehr genau, dass etwas nicht gut ist, dass sie nicht im Lot sind.

Stress und kein Ende des Tunnels

Sie haben ein schlechtes Gefühl von sich selbst, weil sie nicht tun, was sie eigentlich möchten und sollten. Sie treiben keinen Sport mehr, obwohl sie das eigentlich möchten. Sie machen Überstunden, obwohl das die Situation am Arbeitsplatz nicht verändert. Sie fürchten sich am Abend schon vor dem nächsten Tag, von dem sie jetzt schon wissen, wie anstrengend er sein wird. Sie sind frustriert, weil sie kein Ende des Tunnels sehen.

Stress setzt auch dem Körper zu, kann auf Dauer krank machen. Dieses Wissen belastet die Betroffenen noch zusätzlich. Die Erholung kommt zu kurz, die Lebensfreude schwindet. Viele Stressbetroffene berichten, sich auch am Morgen beim Aufstehen nicht erfrischt zu fühlen. Sie haben schlecht oder zu wenig geschlafen und die Sorgen waren sogar nachts in ihren Gedanken präsent.

Stress und äussere Stressoren

Es gibt eine Menge äusserer Stressoren: Überlastung bei der Arbeit, mangelnde Anerkennung durch Vorgesetzte, zu lange Arbeitszeiten, lange Arbeitswege im hektischen Verkehr, zu wenig Unterstützung in der Familie, Überlastung bei familiären Aufgaben, Geldsorgen, Sorgen um die Gesundheit, die Weltlage.

Stress und die Angst, Nein zu sagen

Dazu kommen innere Gegebenheiten, die das Problem noch schlimmer machen. So zum Beispiel der Wunsch, es allen recht zu machen. Oder die Angst, Nein zu sagen. Manche haben das Gefühl, sie müssten froh sein, ihren Job zu haben und sollten deshalb besser den Mund halten. Einzelne denken, sie hätten ihre Arbeitsstelle nur bekommen, weil sie Glück hatten, seien aber eigentlich nicht qualifiziert genug dafür. Sie wagen es darum nicht, auf Missstände hinzuweisen oder in irgendeiner Weise auf sich aufmerksam zu machen. Auch Kolleginnen und Kollegen vertrauen sie sich nicht an, da es ja gilt, die Fassade der erfolgreichen und gut gelaunten Arbeitskraft zu wahren.

Auch in der Familie wird oft eher geschwiegen und ausgehalten. Man will ja nicht undankbar erscheinen, den Familienangehörigen nicht auch noch Sorgen machen. Oder man denkt, ohnehin nicht verstanden zu werden.

Stressmanagement erlernen

In solchen Situationen kann ein Coaching hilfreich sein. Stressmanagement ist dann angesagt. Es gibt Techniken, die jeder erlernen kann. Techniken, die erlauben, den Stress zu managen, mit den Belastungen anders umzugehen, sodass ein Burnout vermieden und die Lebensqualität erhöht werden kann. Wer diese Techniken erlernt, macht effektive Burnoutprävention.

Stressmanagement: der richtige Moment

Wann ist der Moment gekommen, sich für ein Coaching anzumelden? Häufig ist es ein Gefühl der Ausweglosigkeit und Verzweiflung, das die Betroffenen dazu treibt, sich Hilfe zu holen. Sie spüren, dass sich nichts ändert, so sehr sie sich auch anstrengen. «Ich bin ein Hamster im Hamsterrad», sagt eine Betroffene, «keine Ahnung, wie man dieses Rad anhalten oder nur schon verlangsamen könnte».

 

Burnout: Mögliche Anzeichen

Folgende Anzeichen können auf ein drohendes Ausbrennen hinweisen:

  • Mutlosigkeit

  • Lustlosigkeit

  • Müdigkeit

  • Gefühl, in einem ewigen Trott zu sein

  • Weinerlichkeit

  • Initiativlosigkeit

  • Unproduktivität

  • Konzentrationsschwierigkeiten

  • Gedächtnisprobleme

  • Schwierigkeit, Entscheidungen zu treffen

  • Einbusse an Flexibilität

  • Erschöpfung

  • Schlafstörungen

  • Mangel an Lebensfreude

  • Leistungseinbrüche

Burnout: Anzeichen ernst nehmen

Wer solche Anzeichen an sich feststellt, sollte sie ernst nehmen. Sie können Vorboten eines Burnouts sein. Burnout kann jeden und jede treffen. Das zu hören, erleichtert viele Hilfesuchende. Denn nicht wenige denken, nur sie hätten solche Mühe, mit Belastungen klar zu kommen. Manche wagen es kaum, sich bei einer Fachperson zu melden, denn «es geht mir ja eigentlich gut», «mein Problem ist vielleicht zu banal» und «das sollte ich doch selber können».

Ihnen kann ich sagen: Es lohnt sich, fachliche Unterstützung zu holen. In schwierigen Situationen braucht es manchmal einen Aussenblick, jemanden, der aus neutraler Distanz auf die Situation blickt.

Burnoutprävention: Was tun wir?

Wie kann man nun lernen, mit dem Stress und mit sich selbst anders umzugehen? Zuerst wird es darum gehen, sich selber wieder wahrzunehmen. Betroffene sind nämlich häufig ganz auf das Aussen konzentriert und spüren die Bedürfnisse der anderen besser als die eigenen. Die Selbstwahrnehmung zu üben, stärkt Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen. Es ist auch die Basis, um sich abzugrenzen, zu sich zu kommen und bei sich zu bleiben.

Im Coaching liegt der Fokus auf den Ressourcen der Person. Sie können helfen, innere Muster aufzuspüren, die das Stressmanagement bisher behindert haben. Schritt für Schritt geht es dann darum, diese Muster wahrzunehmen, zu verstehen und schliesslich zu verändern. Die Kundinnen und Kunden wenden sich so sich selber zu und kommen zu einer weicheren Haltung sich selber gegenüber. Die Angst zu versagen wird kleiner, die Zuversicht in die eigene Handlungsfähigkeit grösser.